Prostatakrebs: Was ist das, welche Symptome gibt's, Therapien, Lebenserwartung

von Dr. Jonas Witt
Arzt
29. Januar 2026
-
5 Minuten
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Inhaltsverzeichnis

TL;DR

  • Prostatakrebs ist eine häufige Krebsart bei Männern, vor allem ab 50.
  • In den frühen Stadien gibt's oft keine Symptome und man findet sie nur durch Vorsorgeuntersuchungen, entweder durch einen PSA-Bluttest (Prostata-spezifisches Antigen) oder eine digitale rektale Untersuchung (DRE).
  • Die Behandlungsmöglichkeiten hängen vom Krebsstadium, der Aggressivität, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
  • Die Lebenserwartung ist normalerweise ziemlich hoch, wenn Prostatakrebs früh erkannt wird.
  • Viele Männer leben mit oder nach Prostatakrebs ein langes, erfülltes Leben.

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine Krankheit, bei der sich bösartige Zellen in der Prostata bilden, einer kleinen Drüse unterhalb der Blase, die bei der Produktion von Samenflüssigkeit hilft.

Die Prostata umgibt einen Teil der Harnröhre, deshalb kann Prostatakrebs das Wasserlassen beeinträchtigen. Die meisten Prostatakrebsarten wachsen langsam, aber manche Formen sind aggressiver und breiten sich schneller aus.

Wichtige Fakten

  • Es ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern weltweit.
  • Das Risiko steigt mit dem Alter, der Familiengeschichte und bestimmten genetischen Faktoren.
  • Viele Prostatakrebsarten bleiben jahrelang nur in der Prostata.

Was sind die Hauptsymptome von Prostatakrebs?

In den frühen Stadien macht sich Prostatakrebs oft nicht bemerkbar. Wenn Symptome auftauchen, haben sie meistens mit Veränderungen beim Wasserlassen oder im Beckenbereich zu tun.

Häufige Symptome können sein:

  • Probleme beim Starten oder Stoppen des Wasserlassens
  • Schwacher oder unterbrochener Urinfluss
  • Häufiges Pinkeln, vor allem nachts
  • Schmerzen oder Brennen beim Pinkeln
  • Blut im Urin oder Sperma
  • Beckenbeschwerden oder Schmerzen im unteren Rückenbereich (häufiger bei fortgeschrittener Erkrankung)

Diese Symptome sind nicht nur bei Prostatakrebs, sondern auch bei gutartigen Prostatavergrößerungen oder Infektionen möglich. Um rauszufinden, was wirklich los ist, muss man zum Arzt gehen.

Wie wird Prostatakrebs erkannt und untersucht?

Prostatakrebs wird oft durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt, vor allem bevor irgendwelche Symptome auftauchen.

Die beiden wichtigsten Screening-Tools sind:

  • PSA-Bluttest (Prostata-spezifisches Antigen)
  • Misst den PSA-Wert im Blut. Höhere Werte können mit Prostatakrebs zusammenhängen, aber auch mit einer gutartigen Prostatavergrößerung oder Entzündung.
  • Digitale rektale Untersuchung (DRE)
  • Eine Untersuchung, bei der der Arzt die Prostata durch den Enddarm abtastet, um nach Unregelmäßigkeiten oder harten Stellen zu suchen.

Die Vorsorgeuntersuchung allein kann keinen Krebs diagnostizieren, hilft aber dabei, Männer zu finden, die vielleicht weitere Untersuchungen wie Bildgebung oder eine Biopsie brauchen. Die Entscheidung für eine Vorsorgeuntersuchung ist individuell und sollte mit einem Arzt besprochen werden, vor allem unter Berücksichtigung des Alters, der Familiengeschichte und des allgemeinen Gesundheitszustands.

Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Es gibt keine einheitliche Behandlung für Prostatakrebs. Die Therapien werden je nach Krebsstadium, Aggressivität, Ausbreitung, Alter und den Wünschen des Patienten ausgewählt.

Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

Aktive Überwachung

Bei langsam wachsenden Krebsarten mit geringem Risiko empfehlen Ärzte vielleicht regelmäßige Kontrollen mit PSA-Tests, Bildgebung und Biopsien, statt gleich mit der Behandlung loszulegen.

Operation (Prostatektomie)

Bei lokalisiertem Krebs kann bei Patienten mit guter Allgemeingesundheit die Entfernung der Prostata in Betracht gezogen werden.

Strahlentherapie

Hochenergetische Strahlung wird eingesetzt, um Krebszellen zu zerstören. Sie kann von außen oder von innen (Brachytherapie) verabreicht werden.

Hormontherapie

Auch Androgendeprivationstherapie genannt, reduziert sie die männlichen Hormone, die das Krebswachstum fördern. Sie wird oft bei fortgeschrittenem oder wiederkehrendem Krebs eingesetzt.

Systemische Therapien für fortgeschrittenen Prostatakrebs

Wenn der Prostatakrebs schon über die Prostata hinausgewachsen ist, kann man noch andere systemische Behandlungen machen, wie zum Beispiel:

  • Androgenrezeptor-gerichtete Wirkstoffe
  • Zum Beispiel Medikamente wie Abirateron oder Enzalutamid, die die Androgensignale weiter blockieren.
  • Chemotherapie
  • Wird bei bestimmten fortgeschrittenen oder resistenten Fällen eingesetzt.
  • Andere neuere Ansätze
  • In manchen Fällen auch gezielte Therapien oder Immuntherapien.

Jede Option hat mögliche Vorteile und Nebenwirkungen, die man mit einem Arzt genau besprechen sollte.

Wie lange lebt man mit Prostatakrebs?

Die Lebenserwartung bei Prostatakrebs ist meistens ziemlich gut, vor allem, wenn man es früh entdeckt.

Überlebenstrends

  • Bei lokal begrenztem Prostatakrebs liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei fast 100 %.
  • Auch wenn es regional verbreitet ist, kommt es oft zu langfristigem Überleben.
  • Fortgeschrittener oder metastasierter Prostatakrebs hat niedrigere Überlebensraten, aber die Behandlungen werden immer besser.

Viele Männer sterben mit Prostatakrebs, aber nicht daran, vor allem wenn die Krankheit langsam wächst.

Wie wirkt sich Prostatakrebs auf den Alltag aus?

Mit Prostatakrebs zu leben kann körperliche, emotionale und soziale Veränderungen mit sich bringen.

Häufige Bedenken sind:

  • Nebenwirkungen der Behandlung auf die Blase oder Sexualität
  • Müdigkeit während oder nach der Therapie
  • Angst wegen Überwachung oder Rückfall

Unterstützung, klare Infos und offene Kommunikation mit den Gesundheitsdienstleistern können den Patienten helfen, sich anzupassen und ihre Lebensqualität zu erhalten.

Wann sollte man mit einem Arzt reden?

Männer sollten mit einem Arzt über ihre Prostata-Gesundheit reden, wenn sie:

  • Über 50 Jahre alt sind (oder über 45 mit familiärer Vorbelastung)
  • Anhaltende Harnwegsbeschwerden haben
  • Hast du Bedenken wegen Vorsorgeuntersuchungen oder PSA-Tests?

Frühzeitige Gespräche helfen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und rechtzeitig zu checken, ob alles gut läuft.

Haftungsausschluss:

Dieser Inhalt dient nur zur Info und ist kein medizinisches Gerät.

mama health bietet Informationen und Unterstützung, ersetzt jedoch nicht den Arzt.

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Quellen

1. Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Faktenblätter zu Prostatakrebs
2. Europäische Vereinigung für Urologie (EAU) – Leitlinien zu Prostatakrebs
3. National Cancer Institute (NCI) – Überblick über Prostatakrebs
4. American Cancer Society – Überlebensraten bei Prostatakrebs

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